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Schriftstellerin werden

Als Kind las ich alles, was ich in die Finger bekommen konnte und was Spannung versprach, egal ob Abenteuer-, Gespenster- oder Pferdegeschichten. Später kam eine Vorliebe für Horror hinzu und eine Zeit lang konsumierte ich ausschließlich Stephen King. Heute lese ich gerne All-Age-Bücher. Nach wie vor bin ich fasziniert von der Phantastik und liebe Geschichten, die in der realen Welt stattfinden, aber auch fantastische Elemente beinhalten.

Erster Schreibversuch

Meinen ersten Schreibversuch unternahm ich mit etwa 12 Jahren. Dazu kaufte mir meine Großmutter sogar eine elektronische Schreibmaschine, ein hochmodernes Ding mit Speicher und integriertem TippEx-Band. Allerdings stockte meine romantische Prinzessinnen-Liebesgeschichte nach etwa 10 Seiten, weil ich mich nicht entschließen konnte, wie die Geschichte weitergehen sollte. Damit platzte mein Traum, Schriftstellerin zu werden. Damals hatte ich nie etwas von Schreibratgebern gehört, es gab kein Internet und keine Möglichkeiten, an entsprechende Informationen zu kommen. Hätte ich einen größeren Ehrgeiz besessen, dann hätte ich mir die Informationen sicher über Bücher in Büchereien oder im Fachhandel beschaffen können, aber ich unternahm keine weiteren Versuche. Ich fand mich damit ab, nicht schreiben zu können.

Der Beginn einer neuen Leidenschaft

Bis zu meinem vierundvierzigsten Lebensjahr verlor ich keinen Gedanken mehr ans Schreiben, bis ich in einem Forum über Erlebnisse meiner Afrika-Reise berichtete. Ich bekam so viele positive Rückmeldungen, dass ich mehr wollte, mehr als nur Reiseberichte schreiben. So nahme die Idee, ein Buch zu schreiben, ihren Anfang. Ich meldete mich in verschiedenen Autorenforen an, las Webseiten zum Thema „Schriftsteller werden“ und versuchte, mir auf diese Weise das notwendige Wissen anzueignen. Mein erstes Buch schrieb ich unter einem Pseudonym, ließ es von einer Freundin lektorieren und veröffentlichte es bei BoD. Danach folgte ein Sachbuch zum gleichen Thema (Internetkriminalität).

Schreiblehrgänge

Nachdem ich ich Blut geleckt hatte, ließ mich der Gedanke nicht mehr los, einen Roman unter meinem eigenen Namen zu veröffentlichen. Ich wusste, dass ich große Defizite hatte, schließlich war ich meine größte Kritikerin. Also schrieb ich mich bei der Schule des Schreibens ein und belegte die Große Schule des Schreibens – Schwerpunkt Sachbuch. Der Lehrgang sollte über drei Jahre gehen:

  • 1. Jahr Grundlagen,
  • 2. Jahr Belletristik,
  • 3. Jahr Sachbuch.

Die Grundlagen und die Belletristik zog ich durch, bei Sachbuch brach ich ab. Sachbücher waren doch nicht mein Ding. Außerdem wollte ich endlich anfangen, an meinem Roman zu schreiben, den ich bereits zum Teil im Kopf hatte.

Ich begann zu schreiben. Nach (immerhin) 125 Seiten ging es nicht mehr weiter. Ohne den Lehrgang wäre ich gar nicht soweit gekommen. Trotzdem – Ich hatte mich festgefahren, war unzufrieden mit meiner Arbeit und hatte den Eindruck, dass es noch an allen Ecken und Kanten fehlte. Für einen vielschichtigen und mehrsträngigen Roman reichten meine Dramaturgiekenntnisse doch noch nicht. Außerdem fehlte meinem Manuskript die Tiefe und überhaupt war ich mir unsicher, ob das alles so richtig war, was ich da verzapfte. Ich brauchte ein Coaching.

Ich überlegte lange, etwa ein halbes Jahr, über verschiedene Möglichkeiten nach. Dann meldete ich mich noch einmal bei der Schule des Schreibens und schrieb mich für die Roman-Werkstatt ein. Im Moment bin ich sehr glücklich mit dieser Wahl. Es ist zwar ein recht kostspieliges Unterfangen, aber das Lektorat ist im Preis mit enthalten und ich fühle mich gut aufgehoben. Ich glaube, für mein erstes richtiges Buchprojekt ist dieser Weg der Richtige.